01.04.2017 – Wir gehen auf Heldenreise!

An diesem Wochenende haben sich Elisa und Pascal auf eine Heldenreise begeben. Mentor war Stefan Hillebrand von DRAMA light aus Mannheim – klug, sympathisch und wahnwitzig pointiert!

Die Heldenreise ist ursprünglich ein Konzept aus der Erzählforschung: Der Mythenforscher Joseph Campbell destillierte aus allerlei Sagen, Mythen und Märchen die Stationen eines typischen Abenteuers mit Protagonist. Später adaptierte Chris Vogler das Modell für Hollywood, es gilt als Königsweg für eingängige Plots.

Und damit eben auch für Impro-Langformen. Wir spielten Reigen und Genrefilme: Johanna im Waschsalon, die eigentlich in eine Pariser Modeschule gehen wollte; ein Western um einen feigen Mord am Bahnübergang; ein Kinderfilm zu einer jungen Kakerlake, die als Hoffnung ihrer Familie als Sekretärin in den 25. Stock zum fettigen Kühlschrank aufsteigen wollte; ein Sozialdrama um einen beziehungsgeschädigten Trinker, der im Tangokurs seine große Liebe findet.

Für uns ein Abenteuer: immer wieder neu ansetzen, Stationen der Heldenreise mitdenken, Helden definieren, zuspielen, Erzählungen vorantreiben – und mit bekannten Informationen zum Ende führen. Was am Reißbrett für Drehbücher oder Radiobeiträge schon schwer genug ist, wird im Impro eine echte Herausforderung.

Eine intensive Erfahrung, die uns viel über Erzählstrukturen lehrte. Und wir erkannten, wie wichtig es ist, noch einen Moment innezuhalten, wenn das Problem der Geschichte auch längst gelöst ist: Dieser Moment, in dem die Hauptfigur seufzt, sich freut oder in wenigen Worten die Substanz des Erlebten hört: „Du bist eine Enttäuschung für Oma, Mutter und Gott!“ Da weht der gewaltige Wind der Tragödie! Erst dann schließt sich der Kreis auch emotional für das Publikum.

Viele Erkenntnisse, die wir als Elixier von unserer Lehrzeit in der Fremde mitgebracht haben. UnsereWelt, das Spiel von Improglycerin, hat sich geändert!