27.02.2017 – Unser erster Harold

…war noch nicht abendfüllend, und Publikum schaute auch nicht zu. Trotzdem – wir probierten aus, was Elisa und Raphael uns vom Seminar am vergangenen Wochenende mitbrachten:

Wir erzählten Geschichten und loopten einzelne Sätze – und fühlten die Schwere eines Kneipenabends alter Männer, die lange Vergangenes rekapitulierten.

Und wir spielten unseren ersten Harold. Ungewohnt, noch eher kurz, aber von der Form her ein tolles Format, das Spontaneität mit zunehmender Storykomplexität verbindet. Besonders berührt waren wir von der „Beschwörung“, die am Anfang dieses Formats steht: Ein Gegenstand aus dem Publikum steht in der Mitte der Gruppe, dann formuliert die Gruppe Sätze über diesen Gegenstand: Zunächst einfache Beobachtungen, dann Assoziationen bis hin zu abgedrehten Metaphern, die einmünden in das Mantra für die kommenden Szenen.

Wir waren geflasht von der existentiellen Tiefe, die sich damit erzeugen lässt. Eine sonderbare Erfahrung – und ein Ausweg aus der Gag-Manie im Impro.

 

25.02.2017 – Langform auf die Schnelle!

Wenn Elisa mit einem Lieblings-Warmup und Raphael mit einem Lieblings-Spiel zurückkkommen, dann kann das nur eins heißen: Die Lernhungrigen waren mal wieder auf einem Wochenend-Workshop!

Dieses Mal bei Ben Hartwig zum Thema Langform. Es ging vor allem um den Harold, eine Langform mit klarer Struktur, die drei Geschichten erlaubt, die sich nach und nach verbinden. Zwischendurch gibt es „Games“, pantomimische Einsprengsel, die unbedarfte Zuschauer an expressionistisches Tanztheater erinnern dürften. Am eindrucksvollsten ist die „Beschwörung“ eines Gegenstandes aus dem Publikum ganz am Anfang: Als Inspiration „bespricht“ die Gruppe ein Ding in ihrer Mitte und erarbeitet so ein Mantra für die kommenden Szenen.

Eine tolle Vertiefung der Harold-Kompetenz, die Harold-Herold Raphael in einem ähnlichen Kurs bei TLS ausbaut!

Last but not least: „Monster jagt Prinzessin“ hat Elisas Herz erobert, und Raphael ist betört vom Loopen einzelner Sätze in Erzählspielen.

 

24.2.2017 – Gewonnen: Goldener Champignon 2017

Yeah!

Wir haben an unserem ersten Wettbewerb teilgenommen und gleich gewonnen.  „Der goldene Champignon“ im Kulturbahnhof Idstein, organisiert von Subito. „Improgarten“ heißt die Veranstaltungsreihe.

Kathrin, Elisa, Tram, Raphael und Pascal traten in zwei Teams auf: „Bäm“ und „Buja“. Wir gaben alles und dem Publikum zu sehen: Asthmatische, altersschwache Staubsauger, geschockt vom Chipskrümel-Desaster zuhause; ein Mann, der einen Ehering verliert und den anderen schluckt; eine hochemotionale Kaffeemühlen-Session, ein Fensterputz-Finale zwischen Island und Ungarn mit Gulasch-Brocken und Helfer-Trollen, eine streng durchs Alphabet getanzte Battle zwischen einer aufmüpfigen Schülerin und ihrem X-beinigen Lehrer; ein Held („Fritz“), der die Welt vom rasiermesserbewehrten Helden „Motte“ befreit, indem er ihn mit dem Traktor überfährt; eine Waldorf-Lehrerin, die ihrem Sohn die Playstation austreiben will…

Und was war das für eine starke Konkurrenz: Die einen reimen gleich in der ersten Runde auf dem Traumschiff oder setzen auf Ratespiele mit fliegenden Toastern oder Wimpernzangen für Kamele; die nächsten finden Zwerg-Klingonen im Keller, reparieren in ständig verändernden Geschlechterrollen den Abfluss oder legen bei Rotkäppchen den Fast Forward ein. Und dann werden auch noch vegane Würstchen in der Hölle gebraten als Strafe für all die begangenen Morde. Für jedes Spiel erlaubte Bernhard Mohr von Subito wohlgemerkt nur 3-4 Minuten! Das gab eine selten hohe Taktung vor.

Und das Publikum vergab fast immer 5 Punkte, maß das Applausometer. Da gaben am Ende die Rosen den Ausschlag, die auf die Bühne hagelten und jeweils 0,1 Punkte zählten.

Wir haben uns sehr gefreut und hoffen auf weitere Wettbewerbe und freundschaftliche Battles!

Prompt sind wir auch im Wiesbadener Tagblatt gelandet!

 

 

02.02.2017 – Sektengurus und scharfe Sherrifs – Jam in F.a.M.!

Unser heißgeliebter Trainer Adriano Werner hatte erst zum Winter-Jam im Circus geladen und danach noch den Stammtisch ausgerichtet. Das erste: ein Kurs zu den Themen Angebote, Storytelling und Szenenfinish. Das zweite: eine wilde Spielsession:

Was war da nicht alles los: Raphael als zweitschärfster, Elisa als schärfster Sheriff, sekundiert von Tram als Deputy „Püppi“. Unter den Augen von Kathrin kam es schließlich zum Showdown mit unerwarteter Wendung und gleich zwei Enden: Tod und Versöhnung.

Elisa, Torben und Pascal schickten in einer Wort-für-Wort-Geschichte Rosamunde Pilcher auf Kreuzfahrt; Torben und Pascal reimten als unentschlossenes Liebespaar, getoppt von Kathrin, die alles sang. Kein Wunder, tritt sie doch auch an der Frankfurter Oper auf. Pascal spielte einen aliengläubigen Sektenguru bzw. seine neueste Jüngerin;

Am Ende gewann Pascal für seine Reime einen Gutschein.

Trams Fazit des Abends: „Wow, Improglycerin kann reimen und singen!“

01.02.2017 – Improglycerin bei Rebel Chicken

Rebel Chicken hatte mal wieder im Circus zur Show geladen und danach zum gemeinsamen Theaterjazz.

Im wild gemischten „Blender Team“ lautete das Motto: „Luxus“. Elisa und Tram stürmten on stage – als Putzfrau, Masseurin, Ehefrau mit Schuhmangel und verzweifelter Ehemann.

„Rampensau“ Raphael gab rasant alles in der BYOT-Sektion („Bring your own team“): Zusammen mit Jocelyn im spontanen Zweier-Team spielte er eine Montage von 15 Minuten!

Impro auf Englisch. Läuft.