07.04.2017 – Improfestival Punk und Pomp in Mainz

Zeit für ein Festival, für Spaß und Fortbildung:

Tram ist in die Clownausbildung bei Rolf Mielke von der Clownschule gewandert. Dort hat sie gelernt, richtig zu rudern (?!WTF), mit maximalem Schultereinsatz lautlos zu lachen und minutiös partitioniert Türen zu öffnen.

Elisa, Kathrin und Pascal lernten bei Ulrich Jungblut, Haltung zu bewahren. Es war ein streckenweise sehr leises Seminar: Wir spürten in unseren Körper und in aufkommende Figuren hinein und agierten sie pantomimisch aus. Am Ende spielten wir zwei Reigen. Es ging um Lisa, eine seltsam stumme Tochter mit Mutterkomplex und Ehemann im Atomkraftwerk sowie um Claudia, die von zuhause ausziehen sollte. By the way, was ist nur mit den jungen Damen los!

Klingt körperzentriert? Ja! Gleichzeitig haben wir was zum Timing gelernt: Einerseits, uns Zeit zu lassen: für die Mimik und die Reaktionen, welche die andere Figur auslöst; andererseits, eine Szene lieber schnell zu beenden, anstatt sie langsam verenden zu lassen. Denn reparieren kann gerade in der Langform die Folgeszene! Wir sind sicher: Ihr werdet die Früchte in der nächsten Aufführung sehen.

Mit diesem geschärften Blick konnten wir die Shows an den Abenden genießen! Campingparadiese, schlaflose Eigenbrötler, ein Feuerwerk an Kurzszenen beim „Improlymp“! Und jede Menge kreativer Improköpfe auf der Aftershowparty. Was für ein Wochenende. Danke, Punk’n’Pomp!

01.04.2017 – Wir gehen auf Heldenreise!

An diesem Wochenende haben sich Elisa und Pascal auf eine Heldenreise begeben. Mentor war Stefan Hillebrand von DRAMA light aus Mannheim – klug, sympathisch und wahnwitzig pointiert!

Die Heldenreise ist ursprünglich ein Konzept aus der Erzählforschung: Der Mythenforscher Joseph Campbell destillierte aus allerlei Sagen, Mythen und Märchen die Stationen eines typischen Abenteuers mit Protagonist. Später adaptierte Chris Vogler das Modell für Hollywood, es gilt als Königsweg für eingängige Plots.

Und damit eben auch für Impro-Langformen. Wir spielten Reigen und Genrefilme: Johanna im Waschsalon, die eigentlich in eine Pariser Modeschule gehen wollte; ein Western um einen feigen Mord am Bahnübergang; ein Kinderfilm zu einer jungen Kakerlake, die als Hoffnung ihrer Familie als Sekretärin in den 25. Stock zum fettigen Kühlschrank aufsteigen wollte; ein Sozialdrama um einen beziehungsgeschädigten Trinker, der im Tangokurs seine große Liebe findet.

Für uns ein Abenteuer: immer wieder neu ansetzen, Stationen der Heldenreise mitdenken, Helden definieren, zuspielen, Erzählungen vorantreiben – und mit bekannten Informationen zum Ende führen. Was am Reißbrett für Drehbücher oder Radiobeiträge schon schwer genug ist, wird im Impro eine echte Herausforderung.

Eine intensive Erfahrung, die uns viel über Erzählstrukturen lehrte. Und wir erkannten, wie wichtig es ist, noch einen Moment innezuhalten, wenn das Problem der Geschichte auch längst gelöst ist: Dieser Moment, in dem die Hauptfigur seufzt, sich freut oder in wenigen Worten die Substanz des Erlebten hört: „Du bist eine Enttäuschung für Oma, Mutter und Gott!“ Da weht der gewaltige Wind der Tragödie! Erst dann schließt sich der Kreis auch emotional für das Publikum.

Viele Erkenntnisse, die wir als Elixier von unserer Lehrzeit in der Fremde mitgebracht haben. UnsereWelt, das Spiel von Improglycerin, hat sich geändert!